Zweihundert Stimmen, ein ausverkaufter Saal und der Zauber des gemeinsamen Singens Es gibt Konzerte, die man besucht – und es gibt Konzerte, die man erlebt. Das vergangene Wochenende gehörte zweifellos zur zweiten Kategorie. Schon beim Eintreten in den ausverkauften Saal spürte man die besondere Atmosphäre: erwartungsvolle Blicke, langer Applaus, ein Knistern, das nur entsteht, wenn […]

Zweihundert Stimmen, ein ausverkaufter Saal und der Zauber des gemeinsamen Singens

Es gibt Konzerte, die man besucht – und es gibt Konzerte, die man erlebt. Das vergangene Wochenende gehörte zweifellos zur zweiten Kategorie. Schon beim Eintreten in den ausverkauften Saal spürte man die besondere Atmosphäre: erwartungsvolle Blicke, langer Applaus, ein Knistern, das nur entsteht, wenn etwas Großes bevorsteht.

Rund zweihundert Sängerinnen und Sänger hatten sich versammelt, vereint im Wunsch, gemeinsam außergewöhnliche Werke der Chormusik zum Leben zu erwecken. Man sah die Konzentration, die Freude – und vor allem die Lust darauf, endlich wieder als riesiger Klangkörper auf der Bühne zu stehen. Und als der erste Akkord erklang, war sofort klar: Dieses Konzert würde einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Was dann folgte, war ein musikalischer Bogen voller Energie, Begeisterung und Herzblut. Mal kraftvoll und raumfüllend, mal fein und transparent – die Chöre zeigten, was möglich ist, wenn viele Stimmen sich zu einem gemeinsamen Ausdruck verbinden. Das Publikum ließ sich mitreißen, schwebte mit, hielt den Atem an und war sofort mitten im Klang.

Der Funke sprang über – ohne Umwege.

Am Ende brauchte es nur einen Moment Stille, bevor der ganze Saal aufstand. Die Standing Ovation war laut, lang und vor allem eines: verdient. Sie galt nicht nur der musikalischen Leistung, sondern auch dieser spürbaren Freude am gemeinsamen Tun. Ein Wochenende, das zeigte, wie viel Begeisterung in einem Chorprojekt steckt, wenn alle an einem Strang ziehen.

Und während die Gespräche nach dem Konzert langsam verklangen, machte sich schon die nächste Emotion breit: Vorfreude. Denn am kommenden Wochenende führt der Weg nach Frankfurt an der Oder, wo die Chöre erneut zusammenkommen – diesmal für das Abschiedskonzert von Rudolf Tiersch. Ein Moment, der sicher ebenso festlich wie emotional wird, und eine Gelegenheit, einer prägenden Persönlichkeit mit einem würdigen Klangbild Dank zu sagen.

So bleibt dieses Wochenende in Erinnerung als ein Fest des Singens – kraftvoll, fröhlich, inspirierend – und zugleich als Auftakt zu einem weiteren großen musikalischen Ereignis.

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